Institut für Rechtsmedizin
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Medizin

Die Ludwig-Maximilians-Universität München bietet für Studenten der Fachrichtung Medizin das MeCuM Portal an.

Studenten finden im MeCuM Portal Informationen wie beispielweise:

  • Informationen zum Ablauf des Studiums
  • Stundenpläne
  • Vorlesungsunterlagen
  • Scripte
  • Aufgaben
  • Prüfungsankündigungen
  • Prüfungsergebnisse
  • etc.

Spezielle Informationen der Rechtsmedizin

Im Zuge des Medizin-Studiums müssen Sie das scheinpflichtige Fach Rechtsmedizin im L8-Kurs absolvieren. Dieses beinhaltet die Pflichtveranstaltungen Vorlesung, Seminar und Praktikum.

Bei Fragen oder Problemen wenden Sie sich an oder telefonisch unter .

Alle Veranstaltungen finden im Institut für Rechtsmedizin bzw. im angrenzenden Walther-Straub-Hörsaal statt. Termine, Einteilungen und Abläufe entnehmen Sie bitte dem MeCuM Portal.

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorlesung
  2. Seminar
  3. Praktikum
  4. Prüfung
  5. Wahlfach

1. Vorlesung

Die Vorlesung findet im Walter-Straub-Hörsaal von 10 Uhr bis 13 Uhr statt. Die Gruppeneinteilung erfahren Sie im MeCuM Portal.

Themen

  • Thanatologie, Epidemiologie
  • Kindsmisshandlung
  • Stumpfe Gewalt
  • Scharfe Gewalt
  • Schuss
  • Ersticken
  • Thermische Gewalt: Hitze, Kälte, Strom
  • Verkehrsmedizin
  • Arztrecht, Kausalitätnach oben

2. Seminar

Die Inhalte der Seminare ergänzen die Vorlesung. Wir bieten folgende sieben Seminare an, die jeweils am Mittwoch von 8 bis 9.30 Uhr stattfinden (Kursraumeinteilung hängt an der Pforte aus):

2.1 Biomechanik (2-stündig)

Im Seminar "Biomechanik" werden physikalische Grundlagen erläutert, die bei der Entstehung von Verletzungen eine wesentliche Rolle spielen. Verschiedene Verletzungsmechanismen beim Einwirken stumpfer Gewalt werden behandelt. Der Schwerpunkt des Seminars ist dabei das Darstellen der Zusammenhänge zwischen physikalischen Größen, die die Gewalteinwirkung beschreiben, und dem Auftreten einer Verletzung. Darüber hinaus wird das Vorgehen zur Klassifizierung bzw. Kodierung von Verletzungen vorgestellt. Es wird diskutiert, warum eine Verletzung als Spur zu verstehen ist und welche Bedeutung ihre Dokumentation im Rechtsstreit erlangen kann.

Lernthemen des Seminars

  • Anwendung der Newtonschen Axiome in der Betrachtung der Verletzungsentstehung
  • Beschreibung von Verletzungsmechanismen bei stumpfer Gewalteinwirkung
  • Klassifizierung und Kodierung von Verletzungen
  • Verletzungen als Spuren verstehen
  • Bedeutung der Anamnese im Rechtsstreit bzgl. Verletzungsursachen

2.2 Forensische Molekularbiologie (DNA) (1-stündig)

Im Seminar "DNA-Analyse" werden die wichtigsten Schritte der modernen forensischen Molekularbiologie, angefangen von der Spurensicherung bis hin zur Erstellung eines Identifizierungsmusters und abschließenden Bewertung im Gutachten behandelt. Rechtliche Aspekte, wie beispielsweise Datenspeicherung und Entnahme von Vergleichsproben werden diskutiert. Den Abschluß des Seminars bildet einen Exkurs in die Analyse der mitochondrialen DNA, vorgestellt am Beispiel der Identifizierung Martin Bormanns.

Lernthemen des Seminars

  • Eignung verschiedener Körpersekrete, Körperflüssigkeiten, Organe bzw. Gewebe für eine forensische DNA-Analyse
  • Spurenvoruntersuchungen auf Blut, Ejakulat und Speichel
  • Speziesbestimmung
  • Grundlagen der modernen forensischen Molekularbiologie: Untersuchung von STRs
  • Auswertung und statistische Beurteilung der Ergebnisse
  • Rechtliche Aspekte der deutschen DNA-Analyse-Datei
  • Untersuchung der mitochondrialen DNAnach oben

2.3 Toxikologie (2-stündig)

Das Seminar "Toxikologie" zeigt die klassischen Arbeitsgebiete der forensischen Toxikologie auf, die sowohl die Analytik von Körperflüssigkeiten als auch die toxikologische Begutachtung zu verschiedensten Fragestellungen beinhalten (Postmortem-Toxikologie mit Todesursachenklärung, Fahrtüchtigkeitsbegutachtung bei Drogen im Straßenverkehr, Einsichts- und Steuerungsfähigkeit bei Beeinflussung durch Sucht- und Arzneistoffe bei Kriminalstraftaten, K.O.-Mittelbeibringung, Bewährungsuntersuchungen, klinische Toxikologie). Es werden verschiedene Substanzklassen mit deren pharmakologisch-toxikologischen Eigenschaften (u.a. Symptomatik, Klinik und Therapie bei Überdosierung, Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit) sowie speziellen pharmakokinetischen Aspekten (u.a. Applikationswege, Wirkungseintritt und –dauer, Nachweisdauer) behandelt. Rechtliche Grundlagen werden angesprochen.

Lernthemen des Seminars

  • Eignung verschiedener Asservate wie z.B. Blut, Urin, Mageninhalt zur Analyse bei verschiedenen Fragestellungen
  • Pharmakologie und Toxikologie verschiedener Substanzen bzw. Substanzklassen (Cannabinoide, Opiate und Substitutionsmittel, Cocain, Amphetamine und Designerdrogen), Erläuterung und Begründung für verschiedene Applikationswege, ggf. Abgrenzung der (illegalen) Verwendung als Droge vom Einsatz als Arzneimittel.
  • Pharmakokinetische und pharmakodynamische Charakterisierung von Substanzen und Substanzklassen, die als k.o.-Mittel geeignet sind.
  • Toxikologische Begutachtung bei Fragen zur Verkehrstüchtigkeit und Einsichts- und Steuerungsfähigkeit, wichtige rechtliche Grundlagen (z.B. § 24a StVG, §§ 315c/316 StGB, §§20/21 StGB).

2.4 Blutalkohol/Ethanologie (2-stündig)

Rechtsmedizinisch orientierte Vermittlung von Grundkenntnissen – in Ergänzung zur Vorlesung - zu den Themen:

  • Alkoholbildung und –entstehung, (natürliche) alkoholische Gärung, Alkoholgehalte in Getränken, Nahrungsmitteln, Arzneimitteln etc., "alkoholfreie" Getränke
  • Alkoholstoffwechsel
    • Resorption (eigentlich Absorption), Verteilung, Elimination von Ethanol, Widmark-Formel, geschlechtsbezogene Besonderheiten, Beziehung zwischen Dosis und Konzentration unter physiologischen und forensischen Bedingungen, Ethanolabbau, stündliche Abbauwerte, erhöhte Abbauwerte bei metabolischer Toleranz, biochemische Grundlagen des Ethanolmetabolismus, Alkoholberechnungen
    • Endogener Alkohol (Ethanol).
  • Begleitstoffe ("congeners", Fuselöle): Bildung, Gehalte/Spektren in Getränken etc., Bedeutung für Beurteilung von Nachtrunk, Art einer Alkoholaufnahme, Alkoholisierungsdauer, als Missbrauchsmarker/Indikator (Methanol, ggf. Aceton/Isopropanol), metabolische Besonderheiten, Intoxikationen (Methanol).
  • Alkoholwirkungen:
    • Beziehungen zwischen Konzentration und Wirkung, funktionelle Alkoholtoleranz, Beziehungen zwischen Phase des Alkoholstoffwechsels und Wirkung ("Anflutungswirkung"), Objektivierung von Alkoholwirkungen, Tests/forensische Blutentnahmeformulare (ärztliche Untersuchung und klinische Beurteilung), Differentialdiagnose alkoholischer Bewusstseinsstörungen, Rauschformen und Verläufe, Schuldfähigkeit (juristisch) resp. Steuerungsfähigkeit und Einsichtsvermögen (medizinisch),
    • Alkoholwirkungen und Straßenverkehr.
  • Beweismittel, Blutentnahme: Vorgehen bei der Blutentnahme, Fehlermöglichkeiten und Besonderheiten, speziell bei Leichen.
  • Nachweismethoden: Analytik unter forensischen Kriterien (2 verschiedene Methoden mit je 2 Einzelwerten und ungerundete Mittelwertsbildung, meist alkoholspezifische ADH- und ethanolspezifische Head-Space-GC-Methode), Besonderheiten klinischer Analytik, Begleitstoffanalytik, Atemalkohol (Analytik, Physiologie, Fehler- und Einflussmöglichkeiten).nach oben

2.5 Sexualdelikte (1-stündig)

Im Seminar "Sexualdelikte" werden die verschiedenen juristischen Straftatbestände, die unter dem Begriff Sexualdelikte (z.B. "Vergewaltigung") verwendet werden, erläutert. Im Weiteren wird auf das medizinische Vorgehen beim Umgang mit einem Opfer, die Erhebung der Anamnese und die Dokumentation der Verletzungen eingegangen. Die Spurensicherung wird erklärt und auf die arztrechtlichen Aspekte hingewiesen. Differentialdiagnostische Kriterien der Selbstbeibringung werden dargestellt.

Lernthemen des Seminars

  • Definition von Vergewaltigung
  • Vorgehen bei der Befragung des Opfers
  • Objektive und exakte Dokumentation der Verletzungen mit Fotodokumentation
  • Interpretation der Befunde und Darstellung der lebensgefährlichen Behandlung
  • Spurensicherung; z.B. Sicherung und Nachweisbarkeitsdauer von Spermien
  • Beurteilung des psychopathologischen Zustandes des Opfers zum Zeitpunkt der Untersuchung nach ggf. Alkohol- und/oder Drogenkonsum
  • Differentialdiagnose: Selbstbeibringung
  • Arztrechtliche Aspekte zur Schweigepflicht versus Anzeige bei der Polizei

2.6 Seminar Arztrecht (2-stündig)

Das Arzt-Patienten-Verhältnis findet nicht in einem rechtsfreien Raum statt, sondern es sind etliche juristische Rahmenbedingungen zu vergegenwärtigen. Die wichtigsten werden in diesem Seminar besprochen und anhand von Fallbeispielen in ihrer Praxisbedeutung diskutiert.

Lernthemen des Seminars

  • Patientenrechtegesetz vom 26. Februar 2013 (§§630a-h BGB)
  • Kunstfehler
  • Aufklärung
  • Schweigepflicht
  • ggf. unterlassene Hilfeleistung, Garantenstellung

2.7 Thanatologie (2-stündig)

In Seminar "Leichenschau" soll vordergründig das praktische Vorgehen im Rahmen der ärztlichen Leichenschau besprochen und geübt werden. Die Erhebung und die Interpretation von wichtigen und relevanten Befunden sollen am praktischen Beispiel durchgeführt werden, so u.a. auch das Ausfüllen der Todesbescheinigung. Das theoretische Wissen aus der Vorlesung soll hierbei praktisch angewendet und vertieft werden.

Lernthemen des Seminars

  • Beherrschen der ordnungsgemäßen Durchführung der ärztlichen Leichenschau (praktisches Vorgehen, verwendete Utensilien, Dokumentation etc.)
  • Interpretation der bei der Leichenschau erhobenen Befunde
  • Wissen um rechtliche Grundlagen und ggf. drohende rechtliche Konsequenzen bei entsprechendem Fehlverhalten
  • Ausfüllen der Todesbescheinigungnach oben

Fachinformationen
Bestattungsgesetzt Bayern
Bestattungsverordnung Bayern

3. Praktikum

Im laufenden Semester werden zwei Hörsaalsektionen angeboten, davon muss ein Termin wahrgenommen werden. Die Sektionen finden im Sektionshörsaal des Pathologischen Instituts der LMU (CAMPUS Innenstadt) statt.

Eingang über die Frauenlobstraße 7
Beginn 14.00 Uhr, Dauer ca. 1,5 Stunden

4. Prüfung

4.1 Zulassung zur Prüfung

Vorraussetzungen zur Zulassung zur schriftlichen Prüfung sind:

  • 5 von 6 Seminaren (unterschriftspflichtig)
  • eine Sektion (unterschriftspflichtig)

4.2 Form der Prüfung

Form der Prüfung: Multiple-Choice Klausur, 27 Fragen sowie 3 offene Fragen (Gesamt 30 Fragen)

4.3 Inhalt der Prüfung

Inhalte aus Vorlesungen, Seminaren und Literatur (orientiert am Gegenstandskatalog)

5. Wahlfach

Wir bieten ein 4 tägiges Wahlfachprogramm für Studierende der Medizinischen Fakultät an. Dieses Wahlfach beinhaltet Informationen über das gesamte Tätigkeitsfeld der Rechtsmedizin (DNA, Toxikologie, Medizin, Sektion, Gutachtentätigkeit, Biomechanik).


Servicebereich

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